Pflegekonzepte

Das emotionale Gedächtnis vergisst nicht!

So beschreibt die Wissenschaft, dass das menschliche Gedächtnis nur ganz bestimmte Erfahrungen ein Leben lang speichert und einen Großteil an Wahrnehmungen, Eindrücken und täglichen Erlebnissen selektiert und als unwichtig wieder löscht. Was aber von elementarer Wichtigkeit geprägt ist, wird in unseren Emotionen nachhaltig sichtbar. Vor allem dann, wenn unser Gedächtnis nach lässt.

In unserer Tätigkeit im Pflegedienst können wir feststellen, dass diese Emotionen sowohl stark positiv als auch stark negativ geprägte Erlebnisse wider spiegeln. Daher stellt für uns die Biografiearbeit die Basis für alle weiteren Pflegeansätze dar.

Mit unserer sehr an Jahreszeiten und Traditionen ausgerichteten Milieu- und Wohraumgestaltung und vor allem auch durch menschliche Zuwendung unter Einsatz dafür geeigneter Pflegemodelle, wie das psychobiografische Pflegemodell nach Böhm, das Pflegemodell nach Roper, oder die Pflegekonzepte Validation und Basale Stimulation, versuchen wir ein Umfeld zu schafffen, das Wohlbefinden und Sicherheit vermittelt.

Die Basis unseres pflegersichen Handelns stellen die beiden Pflegemodelle dar an denen wir unsere Pflegetätigkeit ausrichten und im Pflegeprozess planen.

Es sind dies das Pflegemodell nach Nancy Roper und das psychobiographische Pflegemodell nach Erwin Böhm.

Während Roper's bedürfnisorientierte Sichtweise den Menschen in der Normalität seiner Lebensaktivitäten darstellt, welche sich von der Empfängnis bis zum Tod in einem ständigen Kontinuum zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit befinden und hierbei der Schwerpunkt bei der Ressourcenerhaltung liegt, bezieht sich Böhm auf die Aktivierung und die Reaktivierung des Betroffenen. Ob wir aktivierend oder reaktivierend arbeiten hängt davon ab, ob das Neuzeitgedächtnis des jeweiligen Heimbewohners noch intakt ist, oder ob der uns anvertraute Mensch seine Motive aus dem Altzeitspeicher schöpft.

Hierbei ist es für unsere tägliche Arbeit von immenser Wichtigkeit die biographische Geschichte jedes einzelnen Heimbewohners in Zusammenarbeit mit ihm nahe stehenden Menschen zu erfassen und daraus abgeleitet seine individuelle Normalität im Tagesablauf des Heimlebens zu gestalten. Nur so ist es uns möglich ein "Daheim Gefühl" zu vermitteln.

Durch die Gestaltung der Pflege anhand der individuellen Normalität des alten Menschen, kann er Situationen und Handlungen verstehen und somit die größtmögliche kognitive, physische und soziale Selbständigkeit erhalten, sowie psychisches Wohlbefinden erreichen. Der Zugang erfolgt hierbei über emotional besetzte Lebensgeschichten und Erinnerungen.

Dies bedeutet für die Gestaltung der einzelnen Stationen, dass sie sich weitgehend nach den individuellen Bedürfnissen der HeimbewohnerInnen richten. Sie bieten z.B. Orientierungshilfen und Orientierungsmöglichkeiten im Jahresrhythmus, Feste, leben von Traditionen u. ä. dem Bewohner Sicherheit und Hilfe, sich in der Institution wohl zu fühlen und in der Gemeinschaft des jeweiligen Wohnbereiches zu integrieren.

Um auf der kommunikativen und wahrnehmenden Ebene effiziente Pflegeleistung bieten zu können, bedienen wir uns der Grundprinzipien der Validation und der Basalen Stimulation.

Es ist unser vorrangigstes Ziel, unseren HeimbewohnerInnen in allen Lebensaktivitäten unter Bedachtnahme der persönlichen Biografie und Prägung, die "Normalität" zu bieten, die dem bisher Gewohnten möglichst nahe kommt.

Dabei stehen die Wahrung der Selbstbestimmung und die Sicherung einer bedürfnisorientierten Lebensführung für unsere Heimbewohner im Zentrum unseres Bemühens. Durch eine biografisch angepasste Alltagsgestaltung versuchen wir für unsere HeimbewohnerInnen einen normalen Tagesrhythmus zu schafffen, der Wohlbefinden und Vertrautheit bringen und Sicherheit bieten soll.

Bei der Erstellung der individuellen Pflegepläne orientieren wir uns an die vorgegebenen rechtlichen Bestimmungen.

In Zusammenarbeit mit den Haus- und Fachärzten stellen wir sicher, dass unsere HeimbewohnerInnen die medizinische Hilfe erhalten, die sie benötigen.

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